4 Wege, um (m) ein Trauma aufzulösen

Vorwort

Kapitel 1 Winter

Kapitel 2 Frühling

Kapitel 3 Sommer

Kapitel 4 Herbst

Nachwort

 

 

Vorwort

Nachdem ich im Januar 2014 meine Vita "22 Wege, um das pendelnde Herz auszugleichen" auf meiner Homepage veröffentlichte, begann ein sehr wertvolles Jahr, in dem ich Erfahrungen machte, die einen für mich wichtige Entwicklung in Gang setzten. Bereits kurz nach der Veröffentlichung hegte ich wieder Zweifel, blieb aber auf meinem Weg. Es war ein sehr bewegtes Jahr, nicht nur für mich auch für mein Umfeld. Meine Welt veränderte sich, ich fürchtete mich Anfangs, da ich nicht genau wusste in Welche Richtung es sich entwickelt. Die bewusste Veröffentlichung und die Tatsache, dass ich so einen intimen Einblick in mein Leben gewährte, teilte und polarisierte erneut in positive und auch in negative Erfahrungen, aus denen ich erneut lernen durfte. Ich erkannte, das Risiko, dass ich eingegangen war. Es entwickelte sich eine Dynamic in meinem Alltag, dass mich eine Weile fast um den Verstand brachte. Der zurückgezogene Winter ging über in einen liebevollen Frühling, es folgte ein lebendiger Sommer, und ein melancholische Herbst, der alles zusammenfügte. Die zerstreuten Puzzleteile fügten sich zu einem Ganzen zusammen und ergaben für mich plötzlich einen Sinn. Ich erkannte noch Anfang Oktober, dass die Entscheidung die ich Anfang des Jahres getroffen hatte, für mich richtig war. Die Inspiration für andere, und auch für mich selbst einen neuen Weg gegangen zu sein, brachte mir Klarheit über meine traumatischen Erfahrungen und ich wusste nun, dass es einen Weg gibt, dies alles aufzulösen. Ich nehme Sie erneut mit auf eine kleine Reise durch dieses bewegende Jahr. Meine Geschichte ist nur eine von vielen Geschichten. Jede Familie, jeder Mensch hat seine individuelle Geschichte, und wenn wir genauer hinsehen erkennen wir anhand der Spiegelgesetze dass die ganze Welt miteinander verbunden ist. Das Trauma jedes einzelnen ist verbunden mit dem Trauma der gesamten Weltgeschichte. Wenn wir also unser eigenes Trauma lösen wollen, suchen wir im Außen, beziehen auf uns selbst, wollen erfolgreich sein, erkennen das wir scheitern und unser Ego überwinden müssen um zu unserem wahren Selbst zurückfinden. Durch die Heilung unseres eigenen Herzens, unserer eigenen Seele, trägt jeder einzelne einen kleinen Teil dazu bei, das das Trauma der Welt Schritt für Schritt in Einklang gebracht werden kann. Es erfordert Mut, und die Bereitschaft alle Gefühlswelten zu durchwandern, Schmerzen und Leiden zuzulassen, inne zu halten und zu erkennen und zu verstehen das der Lohn nicht im materiellen liegt, sondern in der Heilung des Herzens. In vier Jahreszeiten geschehen Veränderungen. Wir machen Erfahrungen und die Erfahrungen machen uns. Menschen machen Musik und Musik macht Menschen. Menschen machen Werke und Werke machen wieder Menschen. Menschen machen Häuser und Häuser machen Menschen. Menschen machen Familien und Familien machen Menschen. Menschen machen Liebe und Liebe macht Menschen. Menschen machen Krieg und Krieg macht Menschen. Menschen machen Götter und Götter machen Menschen. Irgendwann erkennst du, dass all das „Machen“ etwas mit Dir macht. Und du beginnst einfach nur zu sein. Du lässt geschehen. Und hier erkennst du das Gott alles erschaffen hat. Wenn du nun auch erkannt hast, dass Du nicht immer alles „WISSEN“ musst um zu sein. Dann beginnst du zu vertrauen und zu glauben. Du suchst nicht nach Antworten, du hörst auf zu fragen. Du hörst auf nach Anerkennung zu suchen, du kommst an. Bei dir selbst, in deinem Herzen. Denn hier findest du den Zugang zu Gott. Zur Liebe und zu alles was du wissen musst, in deinem Sein. Es folgen nun vier kurze Kapitel eines Jahres. Des Jahres 2014.

 

 

Kapitel 1 Der Winter – als ich mich öffnete

Johannes 13,13:
Christus spricht: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, wie ich euch geliebt habe.

 

Mitten im Januar 2014, als ich meine Geschichte veröffentlichte teilte ich den Beitrag in sozialen Netzwerken. Die Reaktion meiner Freunde, meiner Familie und meinem Umfeld war  einerseits positiv, andererseits in Frage stellend und mit Hinweisen, ob ich mir bewusst sei, dass ich einen Intimen Einblick in mein Leben gebe. Meine Nachbarn erstaunte es, es wurde darüber getratscht. Es verunsicherte mich erneut. Ich blieb jedoch auf meinem Weg.

Ich ging wieder mehr aus mir heraus, öffnete mich für neue Freundschaften und knüpfte Kontakte. Es fühlte sich seltsam an. Meine Offenheit, führte anfangs dazu – dass ich eine gewisse Schüchternheit im Alltagsleben an den Tag legte. Einerseits präsentiere ich meine Kunst, meine Geschichte, meine Tanzvideos etc. völlig selbstbewusst und andererseits wäre ich am liebsten im Erdboden versunken. Ich bekam Feedback, das ich förmlich auch suchte im Alltag. Gab meiner Ärztin, und Therapeuten die Geschichte zu lesen. Das Feedback war positiv und aufbauend. Dennoch blieb immer eine gewisse Unsicherheit in meinem Herzen, dass weiterhin pendelte. Mir wurde bewusst, dass ich einen Weg eingeschlagen hatte, der schwierig sein wird.

Es blieb auch die Frage, wie zukünftige Arbeitgeber, Partner und Freundschaften auf meine Homepage und zugleich meine Offenheit reagieren werden. Optimistisch ging ich weiter und dennoch machten sich auch immer wieder Zukunftsängste breit. Im Februar nutzte ich die Faschingszeit, um in Rollen zu schlüpfen. Der Winter sollte vertrieben werden, und Platz machen für den Frühling. Also, feierte ich mit Freunden den Fasching. Ich wählte die Kostümierung als Panther, um sozusagen mein Selbstbewusstsein zu stärken. Zumindest äußerlich versuchte ich die Fassade aufrecht zu erhalten. Innerlich, befand ich mich oft in Traurigkeit und versuchte mein Herz zu heilen.

Das Schreiben meiner Vita, holte mir alle Erinnerungen zurück in mein Bewusstsein, und ich durchwanderte ein Tal der Tränen. Es war keineswegs eine depressive Phase, sonder eher eine reinigende Regenerierung meiner Seele. Ich unterhielt mich in diesem Jahr viel mit meiner Mutter. Wir redeten über unser vergangenes Familienleben. Schritt für Schritt begann ein Stück Heilung einzutreten. Es folgten dennoch immer wieder Schuldzuweisungen innerhalb der Familie. Dieses Spiel fand mal indirekt mal direkt statt.

Im März 2014 sah ich in stillen Momenten immer wieder meine Familie vor meinem geistigen Auge. Meine Schwestern, meine Mutter und auch meinen Vater, die Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins. Jegliche Verwandtschaft setzte ich in Relation zu mir. Um nicht zu viel nachzudenken, arbeitete ich an meinen Werken, ging aus und nahm Termine wahr. Ich brachte meine Seele in Balance, die immer wieder für kurze Momente aus dem Gleichgewicht geriet. Wenn die Nachbarn spotteten oder sich über mich lustig machten, erzeugte es in mir Unsicherheiten und Ängste. Ab und an, wenn mir alles zuviel wurde, explodierte ich förmlich. Ich schimpfte und fluchte vor Wut um danach wieder in Tränen auszubrechen und mich wieder zu sammeln. Auf einer gewissen Weise, befand ich mich in einer Mid-Life-Krise, die aber Schritt für Schritt in eine positiv anhaltende Heilung führte. Es ging zwar oft zwei Schritte zurück, dann aber wieder drei Schritte vor. So kam ich langsam aber stetig vorwärts auf meinem Weg.

Mein Ziel zu diesem Zeitpunkt war im Sommer meine Ausstellung zu machen, und beruflich Fuß zu fassen. Ich suchte nach Anerkennung und wollte dies um jeden Preis erreichen. Ich wollte Erfolg auf ganzer Linie, Liebe, Beruf, Familienleben  - alles sollte in Harmonie gebracht werden. Zugleich begann ein innerer Prozess, meines Seelenlebens. Es begegneten mir immer wieder Situationen, die meine Traumatischen Erfahrungen hervorholten. Fast so, als wollte Gott mich prüfen. Ich wurde immer wieder zurückgeworfen in meine Kindheit, in meine Jugend und in meine Erinnerungen vergangener Partnerschaften und Freundschaften. Der Winter endete allmählich, und der Frühling klopfte leise an.

 

 

Kapitel 2 Der Frühling – Wenn die Liebe ins Leben kommt

Johannes 15,5:
Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

 

 

Als die ersten Knospen sich öffneten, die Vögel wieder zwitscherten und die Tage heller wurden, sang mein Herz vor Freude. Ich schrieb zu dieser Zeit meine „Weltfrieden“ Visualisierung. Da ich täglich die Nachrichten bei Radio Arabella hörte, und die gesellschaftlichen Themen in der Welt mich ebenso beschäftigten, setzte ich auch hier meine eigene Familiengeschichte in Relation mit Allem. Ich entdeckte Im Außen vieles, das sich ebenso in meinem Innern abspielte.

Es war Mitte April, als ich einen neuen Menschen kennenlernte. Ich verliebte mich, und auch hier spiegelte mir dieser Mensch meine vergangenen Beziehungserfahrungen wieder. Schon nach einigen Wochen, lief ich davon – ich hatte Angst, wieder verletzt zu werden. Es begann ein Hin und Her. Ich verstand zwar logisch, dass mich dieser Mensch liebenswert findet. Meine Gefühlswelt schien aber etwas anderes zu glauben. Unterbewusst hatte ich in meinem Herzen gespeichert, dass ich keine Liebe verdiene. Der frühe Verlust meines Vaters, suggerierte mir, dass auch mein Partner mich verlassen würde. Die erste Beziehung die ein Mensch erlebt, ist die Beziehung zu seinen Eltern. Das Urvertrauen eines Kindes wird durch seine Eltern erschaffen. Wenn also, das Ur-vertrauen eines Kindes sich nicht voll entfalten kann, so hat der heranwachsende Mensch es schwer im Leben. Es besteht jedoch die Möglichkeit dieses Vertrauen wieder zu erlangen. Die Seele speichert die frühen Erfahrungen der Kindheit im Unterbewussten. Mir war also einerseits bewusst, dass ich meinen Partner liebte, und dennoch hatte ich Angst mich wirklich auf diesen Menschen einzulassen. Hier spricht man von Bindungsangst. Mein Herz pendelte also hin und her, wir führten viele Gespräche – fanden zueinander und liefen wieder voneinander weg. Es kostete uns viel Kraft und als ich selbst keine Kraft mehr hatte, entschied ich mich vorerst ohne Ihn meinen Weg weiter zu gehen.

Noch im Mai, begann ich meine Vorbereitungen für die Ausstellung zu treffen und begann zu organisieren. Die Ausstellung sollte im Sommer stattfinden. In den letzten Jahren entwickelt meine Suche nach Anerkennung eine eigene Dynamik. Meine traumatischen Erfahrungen ließen mich in dem Glauben, dass ich Unabhängigkeit und Erfolg brauche um glücklich zu werden. Stark und Selbstbewusst leben war mein Ziel, so dass mich niemand mehr verletzen könnte. Ich hatte Angst wieder und wieder aus der Bahn geworfen zu werden. Hier durch entwickelte ich ein klassisches Managersyndrom, ich wolle mich selbst und mein Leben kontrollieren und immerzu planen. Mein Ziel war erfolgreich zu werden, um zugleich nicht mehr aus der Bahn geworfen zu werden. Nur noch selten ließ ich zu, dass das Leben auf mich zukommt. Ich fragte und wollte sofort  Antworten. Fast so als würde ich immer vor der Zeit handeln wollen. Damit ich immerzu vorbereitet auf Alles war. So könnte ich fast sagten, ich wirkte zwar Selbstbewusst – hatte aber kein Selbst-vertrauen. Kein Vertrauen in das Leben, Keine Vertrauen in mein Umfeld. Einerseits ließ ich mich voll auf mein Umfeld ein und andererseits, hatte ich Angst, es könnte mein Vertrauen wieder missbrauchen und mich verletzen.

Hier kommt nun die Frage, was ist denn, wenn man mich wieder verletzt? – Was geschieht dann schon? Gut, ich leide dann, werde enttäuscht und das Leben geht dennoch weiter. Dies ließ mich ruhig meinen Weg weiter gehen. Es ist zwar schlimm wenn wir leiden oder wenn wir verletzt werden. So paradox es aber auch klingen mag, es bringt uns weiter. Im Rückblick auf meine 34 Jahre, wurde ich oft an meine eigenen Grenzen gebracht. Ich erlebte schmerzhafte Erfahrungen, es erschien mir manchmal als gäbe es für mich kein Morgen mehr. Gerade diese Grenzerfahrungen, brachten mich Stück für Stück weiter. Mit jedem Leiden, das ich durchwanderte, erfuhr ich mehr über mich und meine Umwelt. Mein eigenes Trauma, fand ich bei meinen Eltern wieder, bei meinen Geschwistern und anderen Verwandten. Selbst bei Freunden spiegelte sich oft etwas ähnliches. Ich erkannte von Zeit zu Zeit, dass ich nicht alleine bin und es niemals war. Dennoch fiel es mir schwer mich auf eine neue Bindung einzulassen, so sehr ich mich danach auch sehnte. Meine Herz hatte Angst, und verhärtete sich immer wieder. Jedes mal, wenn eine Situation, ob beruflich oder privat mein altes Trauma auslöste, verhärtete mein Herz, aus Angst vor Salz in einer alten Wunden. Dieser Frühling, war unbeschreiblich schön, ich lernte neue Menschen kennen. Menschen die ähnliche Erfahrungen in Ihrem Leben machten wie ich. Wir teilten unser Leid, und tauschten uns aus. Wir freuten uns an den schönen Momenten und tankten Kraft.

Mit der Angst, dass die Ausstellung womöglich wieder ins Wasser fallen könnte setzte ich meinen Weg dennoch fort. Ich holte mir Unterstützung von Freunden und Familie. Und sprach alles mehrfach ab. Ich hatte Angst, dass wieder alles schief geht. Um mein altes Trauma zu überwinden, wählte ich die Konfrontation damit. Den Weg hindurch, der hinaus führt.

Es entstanden zu dieser Zeit auch einige Konflikte, die auch eine gewisse Konfrontation mit der Angst waren. Mir wurde bewusst, warum ich „zickig“ wurde. Nach außen oft  Stark und Selbstbewusst wirkend, innerlich doch höchst sensibel war mein Kern. Wenn also meine Nachbarn sich mal wieder über mich lustig machten, reagierte ich manchmal mit „zickigem, trotzigen und zornigem“ Verhalten. Das jedoch auch nur dazu führte, das die Konflikte in meinen Freundschaften und Familie ebenso nicht aufhörten.

Es kostete jede Menge Kraft, vom „Drama“ wieder zur Harmonie zu finden. Wie ein Pendel wechselte sich „Freude“ „Drama“ „Angst“ „Ruhe“ und andere Gefühlswelten immer wieder bei mir und meinem Umfeld ab. Dennoch ging der Frühling sanft über in einen erlebnisreichen Sommer.

 

Kapitel 3 Der Sommer – Als ich mich zur Schau stellte

Johannes 16,22:
Christus spricht: Ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

 

 

 

Der Sommer hielt ein in meinem Leben und vor der Haustüre wurde es lebendig. Bereits im Frühling, ging ich viel unter Menschen und erlebte München auf eine neue erfrischende Art. Da ich auf Facebook sehr viel öffentlich teilte und auch meine Lebensgeschichte offen lebte, wurde mein Umfeld darauf aufmerksam. Ich hörte ab und an, wie meine Nachbarn sich „Sorgen“ um mich machten und darüber spekulierten ob das auch alles gut geht. Dies verunsicherte mich ab und an, ich war also nicht mehr anonym. Konnte mich auch selten wirklich zurückziehen. Mir blieb nur eins, weiter meinen Weg gehen. Wenn ich durch München lief, hörte ich wie manche tuschelten: „Guck mal, da läuft der Künstler“ Einerseits angenehm erkannt zu werden andererseits, unangenehm.

Ich ging auch wieder zum tanzen in die Münchner Clubs, lernte neue Leute kennen und traf viele alte Bekannte wieder. Der Sommer wollte gelebt werden und ich wollte unbedingt Anerkennung und Erfolg, also machte ich mich an die letzten Vorbereitungen für die Ausstellung.

Während dieser ganzen Phase, arbeitete meine Seele täglich. Ich verarbeitete die Eindrücke jeden Tages mit Musik. Dennoch kam mein Trauma immer wieder hoch. Meine Familiengeschichte, die Erlebnisse der Kindheit und der Schul- und Berufszeit. Es war gut ich befand mich auf einen Weg, ohne genau zu wissen wo er hinführen mag.

Wie ich bereits in meiner Geschichte erwähnte, nutzte ich ab und an das Tarotlegen um Antworten zu suchen, auf meine ständigen Fragen und meinen unerfüllten Wünschen. Ich dachte lange Zeit, das Orakeln ist ja spielerisch und gibt mir lediglich Impulse, die ich dann selber gestalten kann. Auch die Kabbalah half mir auf eine Art und Weise, dennoch verwirrte mich alles auch mehr und mehr. Es gab Tage, da wusste ich nicht mehr was ich glauben sollte und was nicht. Meinen christlichen Glauben und Werte gab ich zwar niemals auf. Dennoch führte mich Die Suche nach Antworten in Dimensionen, die mich fast um den Verstand brachten.

Die Tatsache, dass ich in meiner Vita meine Krankengeschichte so offen legte, erlaubte mir jetzt quasi offen „Verrückt“ zu sein. Und ich lebte meine verrückten Momente im Alltag offen aus. Es wurde viel darüber gelacht und ich bekam dadurch immer ein kleines Feedback. Nun begann die Sucht nach Anerkennung. Bereits kurz vor der Ausstellung, träumte ich im Innern davon, erfolgreich zu sein, Liebe, Anerkennung und alles was ich suchte hoffte ich täglich zu finden. Das Leben füllte mich mit Erwartungen, an meine Freundschaften, an meine Familie an meinen Partner und auch an mich selbst.

Ich wollte geliebt werden, ich wollte gesehen werden ich wollte akzeptiert werden, wie ich bin und suchte auf der großen Lebensbühne im beruflichen Erfolg.

Die Ausstellung fand ohne große Probleme statt, und ich war vorerst zufrieden. Kurz danach im September, lies mich das alles jedoch irgendwie leer zurück. Ich fühlte mich einsam, obwohl ich Freunde hatte. Ich fühlte mich nicht geliebt, obwohl ich geliebt wurde. Ich fühlte mich nicht gut genug, obwohl ich gut genug war.

Ich ging weiterhin viel unter Menschen, und nutzte meine Rückzugsphasen um weiter zu suchen. In Büchern und auch in der Orakelwelt, hoffte ich Antworten zu finden auf das was mir fehlte.

Prominent, war ich nicht wirklich aber man kannte mich irgendwie, von irgendwo, von irgendjemandem, der widerum jemanden kannte, der glaubte jemanden wirklich zu kennen.

Ich las oft mein Tageshoroskop, und versuchte auch in der Astrologie Antworten zu finden. Es war fast schon ein zwanghaftes Verhalten, dass ich an den Tag legte. Immer wenn ein Stück meines alten Traumas wieder hochkam.

Dennoch genoss ich die Momente des Spätsommers und freute mich schon auf den Herbst, auf meinen Geburtstag. Die Leere in meinem Innern nach dem ich die Ausstellung vollzogen hatte schien sich nicht zu füllen, obwohl ich von Fülle umgeben war. Ich fragte mich warum? Hatte ich doch jetzt etwas erreicht, etwas das ich mir wünschte. Wieso dann dennoch dieses leere Gefühl? Ich hatte Hunger, nach Aufmerksamkeit und weiterer Anerkennung. Ich hatte oft Glück, aber war ich wirklich glücklich? Was fehlte mir? Nun begann eine erneute Suche, der Sommer konnte mir irgendwie mein Trauma nicht nehmen, und irgendwie konnte der Sommer mir auch nicht das wiederbringen, was ich glaubte verloren zu haben. Mal sehen, ob der Herbst es schafft.

 

Kapitel 4 Der Herbst – Wenn alle Puzzleteile beginnen sich zusammenzufügen

Johannes 16,33:
Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

 

Noch Im Spätsommer, wurde ich auf die Sinners-Party aufmerksam, eine Partyreihe der Gay-Welt. Die Party sollte am 26. Oktober stattfinden und ich beschloss dort feiern zu gehen. Das Motto war „Madhouse“ „Halloween im Irrenhaus“ Anfang Oktober erschien das Kunstvideo zur Party als kleiner Vorgeschmack. Nichts ahnend sah ich mir das Video an. Zwei Minuten dauerte es. Es war eine Inszenierung in einer Irrenanstalt, mein Ex-freund spielte den Psychiater der einem jüngeren Knaben Medikamente verabreicht. Alles etwas gruselig dargestellt, Am Ende bleibt der junge Knabe alleine zurück.

Nachdem ich das Video gesehen hatte, war ich vor Schock erstarrt. Es erinnerte mich an das Jahr 2009 und meine Erlebnisse. Alles kam innerlich wieder hoch und ich war zugleich wutentbrannt und tief verletzt. Es kam ein kleines Trauma wieder hoch. Nach wenigen Tagen beruhigte ich mich und entschloss mich dennoch auf die Party zu gehen.

Meine Schwester feierte Anfang Oktober ihren Geburtstag und es fanden zwischen Ihr und mir, wieder unser alter Konflikt statt. Wir hatten uns ein ganzes Jahr nicht gesehen und ich wollte diesen Anlass als Versöhnung nehmen. Ich fühlte mich von meiner Familie erniedrigt und herabgesetzt. Wieder ein weiterer Schmerz. Und das Ganze auch noch im Herbst. Als ich an diesem Abend nach Hause kam, beschloss ich meiner Familie für Immer den Rücken zu kehren. Was ich kurze Zeit später jedoch wiederlegte.  Auch einige Freundschaften kündigte ich zu diesem Zeitpunkt.

Am 3. Oktober 2014 erschien das Album Spiegelbild von Cassandra Steen. Ich hörte kurz rein und beschloss sofort es mir zu kaufen. Da es mich berührte. Als ich es mir am Abend anhörte. Begann ich zu weinen. Es flossen Tagelang immer wieder tränen. Die Musik, die Texte. Das ganze Album berührte mich auf eine wundervolle Weise, dass ein Teil in mir zu verstehen begann. Es schien ein Stück Heilung eintreten zu können.

Ich beschloss meinen Geburtstag nicht groß angekündigt zu feiern, sondern den Tag geschehen zu lassen. Es war ein ruhiger Tag. Meine Mutter und eine Freundin besuchten mich. Einige Glückwünsche und sehr harmonisch. Ich erwartete nichts, so konnte ich zumindest nicht wieder enttäuscht werden.

Ich entschied mich Ende Oktober letztendlich dann doch nicht auf die Sinners Party zu gehen. Auch sonst entschied ich mich dem Partyleben für eine Weile fern zu bleiben, da es mich nur leer zurück lassen würde. Ich suchte etwas anderes in meinem Leben etwas tieferes, aber was?

Es schien als würde der Herbst alle Puzzleteile meines Lebens nach und nach wieder zusammenzufügen, Ich vermisste den Mann den ich im Frühling kennengelernt habe, und wandte mich ihm wieder zu. Es war ein wunderschönes Wiedersehen, dennoch schienen meine eigenen Themen das Zusammensein zu verhindern. Mein Trauma wurde immer wieder durch Situationen ausgelöst und ich machte es mir selbst und zugleich Ihm schwer die Beziehung zu einander zu leben. Wir wussten, dass wir uns für einander entschieden hatten, suchten aber nach einem geeigneten Weg, diese besondere Form der Beziehung zu leben.

Anfang des Jahres noch hoffte ich auf beruflichen Erfolg und Anerkennung im Privatleben. Meine fragende und erwartungsvolle Haltung in diesem Jahr, schien es mir schwer zu machen dort anzukommen wo ich hin wollte. Noch immer schien in meinem Privatleben der Haussegen schief zu hängen. Aber warum? Ich hatte doch soviel Leistung und Einsatz gezeigt. Der Herbst schien eine bittere Antwort zu sein, auf all meine Fragen. Ich suchte nach dem Sinn, und fand immer wieder neue Fragen. Auf jede Frage, folgte eine weitere Frage, statt Antworten fand ich immer wieder neue Fragen.

Selbst die Anerkennung die ich Teilweise durch meine Bemühungen erhielt, schienen mein Innerstes nicht glücklich zu machen. Es ist fast so, als würde mich dennoch das Schicksal immer wieder in ein altes Muster zurückwerfen. Ein Muster das durch meine traumatisierte Familiengeschichte immer wieder zum Vorschein kam. Ich begann, plötzlich Zusammenhänge in meiner Familiengeschichte anhand einer früheren Familienaufstellung zu erkennen. Aber selbst das Erkennen der zusammenhänge, heilte noch immer nicht mein Trauma.

Anfang November, schien ich für einige kurze Momente in Verzweiflung zu fallen, und brach ein paar mal in Tränen aus. Mein Partner beruhigte mich und machte mir Mut, den Glauben nicht zu verlieren.

Er sagte folgende Worte zu mir: „Habe Vertrauen“ „Hör auf immer nur zu Wollen und zu machen“ „Du musst nicht, immer etwas hervorbringen und leisten“ „Du wirst auch so geliebt“ „Geh weg aus dem Wollen, Erwarten und Leisten“ „Begebe dich in das Sein“ „Einfach nur sein“

 

Mir wurde kurz danach bewusst auf welchem Pfad ich mich in diesem Jahr bewegt hatte. Durch meinen Ehrgeiz, und die Suche nach Anerkennung war ich Rund um die Uhr damit beschäftigt alles in meinem Leben kontrollieren zu wollen. Zwischen Computeraktivität. Radiohören, Gespräche führen, Bilder malen, Sport treiben, Freizeitunternehmungen hatte ich kaum noch Gelegenheit mein Inneres Selbst wahrzunehmen. So sehr war ich mit dem erreichen meines Ziels beschäftigt. Durch die Medienwelt, meine täglichen Aktivitäten verlernte ich im Laufe des Jahres ein wenig auf meine innere Stimme und zugleich auf mein Herz zu hören. Ich verirrte mich in einem Labyrinth von Möglichkeiten. Es schien als befinde ich mich auf einem Pfad der mich ganz sicher nicht glücklich machen wird. Ich folgte jeder Gelegenheit, um Anerkennung zu erhalten und verlor Stück für Stück den Blick für das wesentlich wichtige in meinem Leben. Es wurde also höchste Zeit für mich umzukehren, da ich mich in einer Sackgasse befand.

Ich zog mich zurück, schaltete den Computer aus, beschloss mein Horoskop nicht mehr zu lesen, nicht mehr zu suchen und auch sonst keine Fragen mehr zu stellen. Die Worte meines Partners hatten mir die Augen geöffnet. Es fiel mir nicht mal schwer meine gewohnten Aktivitäten los zu lassen. Der Monat November sollte mir einen Neuen Weg aufzeigen. Es wollte etwas Neues wenn auch mir altvertrautes in mein Leben treten.

Ich begab mich in die Stille, ohne PC, Ohne Handy, ohne Musik ohne Fernsehen, ohne Radio, einfach in dem Alleinsein wollte ich mein Herz fühlen, was es zu sagen hat. Nach einer Weile vernahm ich einen Klang in meinem Herzen. Als ich an diesem Abend zu Bett ging nahm ich die Bibel aus meinem Bücherregal, blätterte ein wenig und las einige Verse. Ich legte sie neben mein Bett und begann zu beten. Ich wandte mich an Gott, mit der Bitte mir einen Weg aufzuzeigen. Ich bat ihn mein Herz zu heilen, schloss die Augen und schlief ein.

In dieser Nacht hatte ich einen Traum. In meinem Traum befand ich mich vor einer sehr alten Kirche mit einem großen Tor. Vor dem Tor befand sich eine Treppe. Als ich so vor der Treppe stand, öffnete sich das Tor und ich ging die Treppe hinauf und hindurch in die Kirche. Das Innere der Kirche war so hell und lichtdurchflutet, dass ich nichts sehen konnte, nur fühlen. Ich fühlte Wärme und Geborgenheit. An meinem Rücken, nahm ich Drei Engel war, die Ihre Hände schützend auf mich legten. Ich hörte eine Stimme sagen: „Vertraue dem Leben, für dich war, für dich ist, und für dich wird immer gesorgt sein – nun geh zurück zu deinem Sein“ Ich ging wieder hinaus und als ich aus dem Tor der Kirche trat, sah ich vor mir einen großen Baum der hoch in den Himmel ragte. Sein Stamm war breit, Die Baumkrone war voll mit Blättern, und die Wurzeln stark und tief in der Erde verankert. Ich wachte auf…….

Als ich an diesem Morgen aufwachte, ging ich in die Küche trank ein Glas Wasser und fühlte Dankbarkeit und Demut. Ich nahm Weihrauch aus der Schublade und räucherte damit meine gesamte Wohnung. Weihrauch hat zusätzlich eine energetisch reinigende Wirkung. Während des Räucherns zündete ich eine Kerze an und frühstückte anschließend. Ich fühlte mich innerlich Ruhig und Gelassen.

Im Laufe dieses Tages hörte ich viel klassische Musik und fühlte wie ich immer ruhiger und Gelassener wurde. Irgendetwas hatte mich verändert. Ich vertraute dem Leben und auch wieder mir selbst. Es gab an diesem Tag weder eine Frage, noch eine Antwort – ich wollte einfach nur sein und genießen. Es schien als wäre mein pendelndes Herz in Einklang mit der Natur.

Abends setzte ich mich auf meine Couch, lauschte der klassischen Musik bei Klassikradio und blickte zurück auf die vergangene Zeit. Ich sah mich nochmal in all meinem Tun, in all meinem agieren. Ich sah mich selbst, während ich immer wieder Fragen an mein Schicksal stellte. In diesem Moment musste ich plötzlich erleichternd lachen. Mir fiel ein Stein vorm Herzen, und zugleich war ich ein wenig erschrocken darüber wie blind ich war.

Es ist fast so, als hätte mich Gott in all der Zeit immer wieder prüfen wollen. Er schickte mir meinen Kindheitsschmerz, versetzte mich in Situationen, von denen ich weglaufen wollte. Mein ganzes Leiden, das ich früher nicht verstand machte für mich plötzlich Sinn. Das Leben wollte prüfen, ob ich trotz der schweren Bedingungen in meinem Leben verankert bleibe. Ob ich weiterhin bereit bin mit Liebe und Hingabe meinen Weg zu gehen. Die traumatischen Kindheitserfahrungen und die späteren Mobbingsituationen sollten mich prüfen ob ich dem ganzen Stand halte. Das Leben wollte wissen, ob ich dem Teufel wiederstehe und mich weiterhin Gott zuwende.

Ich meine, ich hätte ja in all der Zeit völlig die Kontrolle verlieren können und blind ins Unglück laufen können. Irgendwie schützten mich in all der Zeit drei Engel.

An diesem Abend, als mir so vieles bewusst wurde fügten sich eine Reihe von Puzzleteile zusammen. Ich begann zu verstehen, dass ich nicht alles verstehen muss um hier auf Erden zu leben und zu lieben. Ich begriff, dass ich vertrauen darf und glauben kann. Ich lernte, dass ich nicht alles Wissen muss, um vorwärts zu kommen.

Mir wurde auch bewusst, das mich materieller Reichtum nicht allein wirklich glücklich macht. Die Wege des Herrn, erscheinen uns oft seltsam und doch sind sie so einfach zu gehen.

Das Glück kommt zu uns, wenn wir nicht mit aller Kraft versuchen danach zu greifen. Ich begann zu verstehen, dass ich in all den Jahren mein Ego heilen wollte. Ich hoffte in all der Zeit, dass ich Heilung finde, indem ich Erfolg und Anerkennung erreiche. Um mein Herz und mein Ego zu heilen, sollte ich lernen mein Ego abzulegen und mein Herz zu schenken. Um Liebe erfahren zu können, sollte ich liebe schenken und nicht Liebe erhalten wollen. Um mir selbst zu helfen, sollte ich helfen ohne dafür dank zu erhalten. Um Vergeben zu können, sollte ich lernen zu  vergeben ohne dafür Vergebung zu erhalten.

Mir wurde bewusst, dass ich in der Gegenwart mit Ruhe und Gelassenheit einfach „Sein“ kann. In diesem "Sein" dennoch aktiv bleiben kann, in dem ich meine Aktivitäten lebe, ohne etwas damit erreichen zu wollen. Mir wurde bewusst, dass ich die Vergangenheit nur lösen kann, wenn ich sie als Teil meines Lebens annehme und nicht versuche Sie zu verdrängen oder gar zu ersetzen. In all meinem Streben, verlernte ich im Laufe der letzten Jahre, das „Geschehen lassen“ das Zulassen, wie in dem Song der Beatles: „Let it be“ „Lass es zu“, so schön beschrieben. Um ein Trauma zu lösen, darf ich das Trauma nicht verdrängen. Ich kann zulassen, dass mich das Trauma einholt und mich so letztendlich heilen darf.

 

Meine eigene Geschichte, ist nur ein kleiner Teil einer großen Geschichte. Die Geschichte der ganzen Menschheit liegt Jahrtausende zurück. Wie ein Buch, nur ein kleiner Teil von einem großen Buch ist, so sind wir Menschen nur ein kleiner Teil von einem großen Ganzen. Um wahrlich Groß sein zu können, müssen wir das „klein“ sein lernen und uns dieses im Herzen bewahren. Mit Größe meine ich hier nicht materiellen Besitz oder Reichtum, sondern das Groß werden des Herzens.

Ein Trauma ist nur ein Teil, eines großen Traumas, das Trauma des gesamten Universums, das sich über viele tausende von Jahren aufrecht erhalten hat. Wenn wir alle Völker der Erde in Relation setzen, erkennen wir das Große Trauma der Seelen. Wenn wir sagen, meine Seele ist nur ein Teil einer großen Seele. Der Weltenseele. Dann erkennen wir, dass das Seelenheil nur gefunden werden kann, wenn wir aufhören nach Schuld und Schuldiger zu suchen. Wie in dem „Vater unser“ müssen wir lernen zu sagen: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Wir sind am Ende einer kleinen Reise angekommen, und das Leben geht stetig weiter. Ich habe mir vorgenommen, meine Erfahrungen zu beherzigen und von nun an einen glücklichen Weg zu gehen. Ganz einfach in dem ich glücklich bin. In dem ich einfach „Sein“ kann. Ich will vorwärts leben, in dem ich dem Leben vertraue und nicht immer alles im Vorfeld wissen und planen muss.

Gegen Ende des Jahres zogen wir den Entschluss, unsere "on-off" Partnerschaft zu beenden, da wir in dieser Zeit herausfananden, dass wir nicht die gleichen Vorstellungen und Zielsetzungen hatten. Also beschlossen wir uns im "Guten" zu trennen und uns freundschaftlich im Herzen zu behalten. Dies war mir sehr wichtig. Die gemeinsame Zeit, war für mich sehr lehrreich und ich bin auch hier sehr dankbar für die wertvollen Erfahrungen, die wir gemeinsam machen durften. Die Liebe ist ein Geschenk - und auch wenn sie nicht immer ewig währt, so bleibt ein Teil dessen, ein kleiner Funke irgendwo in den Sternen bestehen.

Ich fühlte mich befreit keineswegs schwer, oder mit Liebeskummer geplagt. Wie in Madonnas Song "livingforlove",der zur gleichen Zeit erschien, nehme ich den Herzschmerz an, falle kurz aus dem "Wolkenhimmel" stehe aber wieder auf, setze meine Krone auf  und ziehe weiter meiner Wege, ohne zu lange stehen zu bleiben. Die Liebe in mir selbst gefunden, etwas allumfassendes, bedingungsloses konnte sich nun entwickeln. Ohne Erwartung und dennoch mit einer gewissen Sehnsucht, nach Verbundenheit, sich geborgen zu fühlen in seinem eigenen Herzen. In meinen Augen, konnte sich mein Trauma nach und nach auflösen. Auch wenn, es immer wieder mal "schlechte" Tage geben wird. So weiß ich nun, ich habe die Fähigkeit meine Tage zu gestalten, und die Herausforderungen des Lebens, sowohl in Liebe, als auch im Beruf zu meistern. Sich selbst wieder zu vertrauen, und sich selbst immer wieder zu Erfahren in einer gewissen Verbundenheit zum universellen Sein ist eines der größten Geschenke, die ein Mensch besitzt. Obwohl wir im Grunde nichts auf der Welt je wirklich besitzen, sondern lediglich erfahren, erfühlen, empfinden.....

 

Nachwort:

Wir sind Menschen in einer materiellen Welt. Der Teufel verspricht uns Liebe in dem er uns Reichtümer, Ruhm, Macht, Besitz und Schönheit anbietet. Der Teufel suggeriert uns einen Mangel und macht uns glaubhaft, wir könnten diesen Mangel ausgleichen, in dem wir nur genug Erfolg, genug Geld und genug Leistung erbringen. Die Wahrheit ist, es wird niemals genug sein, wir werden immer mehr danach hungern, wenn wir der Verlockung verfallen.

Gott aber verspricht dir von all dem nichts. Gott hat dir alles geschenkt, was du als Kind bereits in deinem Herzen, und im Geiste trägst. Gott gab dir einen Körper, um deine Seele, deinen Geist und dein Herz zu prüfen. Gott ist einfach da. Gott ist barmherzig, in seiner Liebe und in seinem Tun. Alles was er erschaffen hat, ist Teil von Ihm. Selbst der Teufel ist ein Teil des gesamten Universums. Die Geschichte von Adam und Eva in der Bibel wurde zwar von der Wissenschaft wiederlegt, da der Urknall bewiesen worden ist. Auch die Evolution und Entwicklungsgeschichte unserer Erde wurde mehrfach bestätigt. Und dennoch, ist die Geschichte von Adam und Eva eine wahre Geschichte. Nicht im Sinne zweier Menschen. Wie ist das zu verstehen..? Im übertragenen Sinne sind Adam und Eva zwei universelle Kräfte die von Gott geprüft worden sind. Wissen-schafft Macht.  Auf Gottes Weisheit zu vertrauen, schafft Liebe. All das Wissen, dass uns Menschen Macht verschafft ist nur dann wahrlich brauchbar, wenn wir demütig und liebevoll mit unserer Macht umgehen. Der Mensch kann niemals so Groß wie Gott werden, Menschen sind ein kleiner Teil von Gott. Das ist das kleine Geheimnis des menschlichen Scheiterns. Wie erklärt sich nun die Existenz und Geschichte von Adam und Eva im Zusammenhang mit den Erkenntnissen der Wissenschaft. Im übertragenen Sinne wie folgt:

Adam ist das männliche Prinzip

– Das Element Feuer

Eva ist das weibliche Prinzip

– Das Element Wasser

Das Paradies ist die Beziehung zueinander

 – das verbindende Prinzip – Das Element Luft

Der Teufel der beide verführt hat – ist das materielle manifestierende Prinzip

– Das Element Erde

 

Der Sündenfall hat also im übertragenen Sinne bereits während Gott das Universum erschaffen hat stattgefunden, als der Konflikt zwischen den Elementen, den universellen Kräften stattgefunden hat und den Urknall erzeugt hat.

Im Laufe der gesamten Geschichte des Universums hat sich dieses „Muster“ immer wieder fortgesetzt. Bis zur heutigen modernen Zeit findet dieses Uralte Trauma Tag für Tag statt. Alle Völker dieser Erde sind immer wieder im gegenseitigen Konflikt um Lösungen zu finden.

Was ist die Lösung? Was meinte Jesus als er sagte: „Ihr müsst umkehren?“

Mit der Umkehr meinte er, dass wir Menschen unseren Weg zurück zu Gott finden müssen. Dies schafft der Mensch nicht durch Erfolg, Reichtum, Ruhm und Macht. Er schafft es nur über das fünfte Element – meines Erachtens besteht das fünfte Element aus „Barmherzigkeit, Weisheit, Vertrauen, Glauben und Liebe“ Dieses höchste Gut, ist nicht materiell

Wenn der Mensch sich also auf den Weg macht, und sein eigenes Trauma löst, in dem er seine Beziehungen zu seinen Mitmenschen heilt. Heilt er einen kleinen Teil des Uralten Traumas des Universums.

Der Suizid, oder auch die Kriege, Gewalt und alle anderen Konflikte führen nicht zu Gott. Sondern von Gott weg. Aus diesem Grunde, habe ich mir selbst ein Versprechen gegeben. Komme was wolle, ich vertraue dem Leben und somit Gott. Wie schlimm es auch um meine Zukunft stehen möge, ich würde mir niemals selbst das Leben nehmen wollen. Der Suizid erlöst eine Seele nicht, er wirft die Seele wieder zurück. Und die Seele muss den ganzen Weg erneut finden. Die Seele der Welt macht immer wieder die selben Entwicklungen durch. Wieder und Wieder und Wieder, solange bis sich der Weltgeist genug transformiert hat. Das wichtigste bei allem, ist die Barmherzigkeit, die Weisheit, das Vertrauen, der Glauben und die Liebe.

 

München 14.Januar 2015

 

Jovica Johannes Noah Kostic

 

 

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